Für HochschulenProjekte und Aktivitäten an einzelnen HochschulenFörderung von Studierenden und Ehemaligen

Förderung von Studierenden und Ehemaligen


Einführender Text zu  "Förderung von Studierenden und Ehemaligen".

 
ELFE hilft bei Unternehmensgründung

 
Hilfestellung für große Sprünge: Mentoring

ELFE hilft bei Unternehmensgründung

Prof. Dr. Cosima Schmauch, Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Nur ca. 30% der Unternehmen werden von Frauen gegründet und noch weniger von Akademikerinnen. Frauen sind zwar die besseren Unternehmerinnen, scheuen jedoch vor diese Rolle zurück. Ein Online-Kurs gibt Hilfestellung und ermutigt zur Gründung.
 
Schon vielen Akademikerinnen hatte der Online-Kurs für Existenzgründerinnen unter www.gruenderinnen.de die notwendigen Kenntnisse zur Gründung und Führung eines Unternehmens vermittelt, bevor das Projekt mit Unterstützung der europäischen Union eine Internationalisierung erfuhr. Die Idee zu ELFE, der Kurzform für "E-Learning for Female Entrepreneurs", entstand 2004 auf einer Konferenz der OECD in Istanbul. Dort war der Internet-basierte Existenzgründungskurs, der bis dahin nur in Deutsch und nur für deutsche Unternehmensgründungen konzipiert war, in der Sektion "Accelerating Women's Entrepreneurship" der "OECD Conference on Small and Medium Businesses" einem internationalen Publikum vorgestellt worden.
 
Die Resonanz war äußerst positiv, denn der Kurs besticht einerseits durch Aufbau und Inhalt und andererseits durch seine Form. Ein sogenanntes Basismodul spricht alle für eine Unternehmensgründung relevanten Themen, gegliedert in die Phasen der Orientierung, der Konzeption, der Umsetzung und der Festigung, an. Die neutrale Darstellung wird ergänzt durch die Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen sowie der gesellschaftlichen Stellung von Frauen. Das Basismodul begleiten weitere Spezialmodule zur Kostenrechnung, zu den rechtlichen Grundlagen, zum Marketing und zur Unternehmensbesteuerung. Der Online-Kurs ist öffentlich zugänglich und kostenlos; er erlaubt insbesondere berufstätigen Frauen und Frauen mit Familienpflichten die Weiterbildung unabhängig von Ort und Zeit.
 
Die Idee der Internationalisierung konnte mit der finanziellen Unterstützung der EU und dem tatkräftigen Einsatz von Hochschulen und Gründungszentren in Belgien, England, Frankreich und Irland in die Tat umgesetzt werden. Ein dreijähriges INTERREG IIIB-Projekt bildete den administrativen Rahmen, in dem die Übersetzung der bestehenden Module ins Englische und Französische, die Adaption der Module an die länderspezifischen Gesetze und Gegebenheiten der Projektpartnerinnen und die Entwicklung weiterer Module sowie deren Übersetzung und Adaption erfolgen. Ergänzend entstanden die Module "Internationalisierung", "Wachstumsstrategien", "Human Resource Management" und "Innovationsmanagement" in drei Sprachen und einsatzbereit in fünf Ländern.
 
Heute besteht der deutsche Online-Kurs aus zehn Modulen; "Netzwerke und Kooperationen" ist als letztes hinzugekommen, ein Thema mit dem sich Frauen stärker auseinandersetzen sollten, um auch hier den Vorsprung der Männer zu verringern.
 
Mit knapp 10 000 Registrierungen in Deutschland ist der Online-Kurs sehr gut nachgefragt. Die hohe Zahl zeigt, wie sehr die Anwenderinnen das Angebot schätzen, was sich zusammenfassend in dem Lob einer potenziellen Gründerin ausdrückt: „Hallo Ihr Damen, Eure Seite ist absolut prima. Da ich mich gerade selbständig gemacht habe, kann ich die Infos prima brauchen. Ihr seid bei mir gleich in den „Favoriten“ gelandet. Danke für die gute Seite.“
 
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Prof. Dr. Cosima Schmauch, Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Professorin für Wirtschaftsinformatik
Gleichstellungsbeauftragte

Hilfestellung für große Sprünge: Mentoring

Prof. Cornelia Vonhof, Hochschule der Medien Stuttgart

Studentinnen werden an der Hochschule der Medien (HdM) in allen Studienfächern ausgezeichnet qualifiziert, sie sind leistungsbereit und innovativ. Trotzdem bleiben Frauen in Führungspositionen in vielen Branchen die Ausnahme. Für das Hineinwachsen in die Berufswelt und die Förderung des weiteren Karriereverlaufs sind Netzwerke unverzichtbar. "Old-Boys-Networks", die zum Teil ihre Wurzeln in Studentenverbindungen haben, funktionieren seit langem hervorragend als Karriereschmieden für den männlichen Nachwuchs: Mit ihrem Eintritt in die berufliche Laufbahn werden junge Männer durch ihre älteren Ratgeber in die ungeschriebenen Gesetze einer Organisation eingewiesen, über Aufstiegsmöglichkeiten und -wege informiert, und es werden nützliche Kontakte hergestellt. Mentoring-Programme für weibliche Nachwuchskräfte schaffen hierzu ein Gegengewicht.


Was ist Mentoring?
Mentoring ist ein Prozess, in dem eine Person, die Mentorin, die berufliche aber auch persönliche Entwicklung einer anderen Person, der Mentee, unterstützt. In dieser geschützten Beziehung werden personale, soziale und fachliche Kompetenzen entwickelt. Lernen und Experimentieren kann ohne Netz und doppelten Boden stattfinden. Als Instrument der Personalentwicklung und Nachwuchsförderung hat es das Ziel, (Berufs)erfahrungen weiterzugeben, die nur informell erworben werden können und nicht in Lehrbüchern stehen, Kontakte zu vermitteln und die Einbindung in professionelle Netzwerke zu fördern.
 
Mentoring-Programm der Hochschule der Medien Stuttgart
Die HdM Stuttgart bietet seit 2005 ein hochschulweites Mentoring-Programm für ihre Absolventinnen an. Zielsetzung ist auch hier die Unterstützung der Studentinnen der Abschlusssemester beim Übergang vom Studium in den Beruf. In einem „Matching-Verfahren“ werden Tandems aus Studentinnen der unterschiedlichen Studiengänge der HdM und erfahrenen Fach- und Führungskräften aus den jeweiligen Berufsfeldern gebildet.
 
Die Absolventinnen betreiben mit ihrer Mentorin ein Jahr lang aktive Karriereplanung und profitieren von den Erfahrungen ihrer Mentorin. Eigene Qualitäten zu erkennen und einzusetzen, Ideen für die Berufsfindung zu entwickeln, sich auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten, Mut zur Karriere zu entwickeln und diese zielgerichtet anzugehen, das sind Themen, die in den Tandems systematisch bearbeitet werden. Die Weiterentwicklung beruflich-fachlicher und vor allem sozialer Kompetenzen erfolgt in begleitenden Workshops, die von der Gleichstellungsbeauftragten organisiert werden.
 
Win-Win-Situation: Mentoring stiftet Nutzen für alle Partnerinnen
Für Mentees liegen die Vorteile einer Mentoring-Beziehung auf der Hand: Sie profitieren von den Erfahrungen ihrer Mentorinnen und von deren Einbindung in ein berufliches Netzwerk. Aber auch die Mentorinnen profitieren, denn die Weitergabe von Erfahrungen ermöglicht die Reflektion der eigenen Situation und des eigenen beruflichen Wegs. Führungsfähigkeit ist gefragt und wird trainiert. Viele Mentorinnen werten das Kennenlernen der Denkweisen und Ziele einer anderen Generation als Gewinn. Bei den Netzwerktreffen der Mentorinnen begegnen sich Bibliothekarinnen, Web-Designerinnen, Unternehmensberaterinnen für die IT-Branche und Bankerinnen – Mentorinnen, die jeweils passgenau für die teilnehmenden Studiengänge gewonnen wurden – ein weiterer Mehrwert für die Mentorinnen. Für die Hochschule bietet das Mentoring-Programm die Möglichkeit, die Kontakte mit Vertreterinnen der Praxis in Verwaltung und Wirtschaft zu vertiefen und ihnen Einblicke in die Qualität der Ausbildung an der Hochschule zu geben.

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Prof. Cornelia Vonhof, Hochschule der Medien Stuttgart

Professorin für Public Management
Gleichstellungsbeauftragte